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Heute morgen erreichte mich eine E-Mail meines Freundes Klaus Beer. Obwohl in aller Welt zuhause, viel gereist und immmer auf dem Sprung, liegt ihm eine Sache ganz besonders am Herzen: seine Heimatstadt Hof.
Logischerweise setzt er sich momentan mit der geplanten Altstadtüberdachung in Hof auseinander. Seine Gedanken und Ansichten möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Klaus Beer schreibt:
Ich möchte der Stadt Hof zu der Entscheidung gratulieren, die Hofer Altstadt zu überdachen. Denn eine PR-Chance hat man vor Jahren schon verspielt. Als die „Ballontage“ in Hof ihren Anfang nahmen, wusste die Stadt nichts damit anzufangen. So holte sie ein schlauer Kopf nach Bad Steben und beschert dem Kurort damit über 50.000 Besucher.
Nun ist endlich mal ein toller Entschluss gefaßt. Der Ausspruch „Kenna man net, woll ma net“ muss endlich der Vergangenheit angehören. Genau das Gegenteil, jede noch so ausgefallene Idee ist die Frischzellenkur für Hof.
Welches Erlebnis bilden die großen Einkaufsmalls zum Beispiel in Amerika. Shopping-Welten zum Wohlfühlen mit einzigartigem Ambiente. Das Eintauchen in fremde Welten abseits des Alltags kitzelt Sinne, animiert zum Shopping. Einkaufscenter in der Umgebung sind Ausflugsziele. Doch das wäre für Hof in diesem Falle nicht angebracht, für den Einzelhandel sogar tödlich.
Wenn wir aber mit diesem gelungenen Schachzug der Überdachung die gesamte Altsadt zu einer einzigen Shopping-Mall machen, die schon aus optischen Gründen ein Hingucker, eine Wohlfühl-Einkaufsoase jenseits aller Witterung ist, ist das der Startschuss, Hof endlich aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und an die Attraktiviät anderer Städte anzubinden.
Hof muss was tun, will es überleben. Die Stuttgarter Konstruktion gefällt mir dazu sehr gut. Natürlich aufgelockert, jedoch auch großflächig, denn es nützt nichts, wenn Wind und Regenschauer seitlich in die Sitz- und Shoppingzonen fegen. Damit ist nichts gewonnen.
A und O aber ist die Vermarktung. Diese braucht als Grundlage jedoch ein Thema, mit dem sich die Stadt international darstellen kann und das sich wie ein roter Faden durch alle PR-Arbeit zieht. Was das sein kann, muss noch gefunden werden. Es muss jedenfalls einmalig und ohne Konkurrenz sein.
Eigentlich müsste man nicht lange suchen. Denn Hof hat einen einzigartigen Trumpf in der Tasche. Wir besitzen etwas, was das ganze Jahr über unsere Stadt in der Welt bekannt macht, in die Schlagzeilen bringt. Nicht nur ein paar Tage im Jahr wie z.B. das Sambafestival, das Spitzenfest, die Film-oder die Ballontage. Mit nur ein paar „Actiontagen“ kann man werbemäßig nicht ein ganzes Jahr vermarkten. Die Attraktion der Stadt muss 365 Tage präsent und mit Leben erfüllt sein.
Das ist einzig und allein der Fernwehpark. Oder hat jemand etwas anderes anzubieten? Dann gebt dem Kind eben DIESEN Namen. Wenn nicht, wäre mein Vorschlag, diese in der Praxis erprobte Erfolgsstrategie optisch umzusetzen: integriert täuschend echt aussehende hohe Kokospalmen in den Lichtkuppeln, gebt jeder Überdachung ein anderes Thema und Atmosphäre, entführt in einen Afrika, Asien oder Amerikabereich. Stellt landestypische Dekos und Skulpturen hin. Kunstfelsen mit plätschernden Brunnen mit integrierten Straßencafes.
Eine Firma in unserer Umgebung ist auf solche Fantasiewelten spezialisiert. Diese können im Winter beleuchtet werden, integriert den Weihnachtsmarkt und das Marktgeschehen, ladet ausländische Mitbürger mit landestypischen Köstlichkeiten und Folklore ein. Vermarktet die „Märkte der Welt“. Zeigt, dass Hof international ist. Arbeitet mit dem Thema "Welt“ und „Fernweh". Fokussiert die „Welt“ wie in der Keimzelle an der Michaelisbrücke auf die ganze Stadt. Die "Fernweh-Stadt" Hof lädt ein... kann das eine andere Stadt bieten?
Nein. Das ist unser PR-Schatz. Denn niemand anders hat dieses Projekt mit weltweiten Schlagzeilen, Stars und einer Medienpräsenz vor Ort, nach der sich andere Städte die Finger abschlecken.
6.000 Busunternehmen stehen bereits in den Startlöchern, uns zu besuchen, wenn unser geplantes "FERNWEH Museum DINER Star-Cafe" gegenüber des Fernwehparks steht. Sind die Touristen dann in Hof, haben sie in der Altstadt eine weitere Attraktion, die wir in unsere weltweite Fernwehpark-PR-Arbeit mit einbinden können. Die Touristen bleiben dann nicht nur 2 Stunden, sondern sehen ganz Hof als Erlebnis.
Alle können nur profitieren: Der Einzelhandel, die Hotels, die Gastronomie. Das gesamte Image der Stadt wird in einzigartiger Weise in einen Jungbrunnen verwandelt. Mit einem Corporate Identity Konzept Thema "Fernweh" oder eben etwas anderem, sollte dies vorhanden sein.
Nach neuesten Informationen ist jedoch von keiner „Überdachung“ mehr die Rede, sondern von pilzähnlichen, lampenschirmartigen Konstruktionen, die sporadisch in der Altstadt aufgestellt werden sollen. Damit sind alle o.a. Überlegungen einer durchgehenden, vor Wetter geschützten Einkaufsmeile gegenstandslos und das neue Konzept für mich keinerlei Engagements mehr wert.
Dann lieber alles so lassen wie es ist, denn die jetztige Idee ist nur eine mögliche kosmetische Korrektur ohne jeglichen funktionellen Sinn.
====
Soweit Fernwehparkinitiator, Weltenbummler und überzeugter Hofer Klaus Beer.
Was halten Sie von seiner Idee? Was halten Sie generell von der Altstadtüberdachung in Hof? Ich freue mich über jeden Kommentar zum Thema Altstadtüberdachung.
Pieps, pieps, mäusepieps!
Der Artikel wurde von
Frieda Hofmaus
am 17.01.2008
um 09:39 Uhr
in der Kategorie
Hof
abgelegt.
Tags: Altstadt
, Dach
, Überdachung
, Beer
, Stadtmarketing
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Super Klaus! Endlich mal einer der das ganze Thema positiv auf dem Punkt bringt. Kein Tag vergeht in der in der Frankenpost kein "im-will-auch-mit-meckern-Leserbrief" veröffentlicht wird. Die Hofer wollen keine Veränderung der Altstadt. Ist ja auch von einer Stuttgarter Firma geplant. Was wäre gewesen, wenn Architekt XY aus Hof dieses Projekt zu seiner Aufgabe gemacht hätte? Wäre der Widerstand auch so groß gewesen?
Das Thema "da kann kein Bus mehr durch die Altstadt fahren" wäre dann auch vom Tisch. Raus mit den stinkenden, rücksichtslosen Bussen! Die Sanierungsabeiten im letzten Jahr haben außer Geld gekostet, nichts gebracht. Außer schmutzigen Schuhen natürlich! Mir ist keine Fußgängerzone bekannt, in der die Busse durch die Stadt fahren.
Entweder Hof erwacht aus seinem Dornröschenschlaf, oder wir werden "Parkplatz für Plauen". Schließen alle Geschäfte und richten einen Shuttle-Service in Richtung Plauen ein! Parkmöglichkeiten haben wir dann ja genug.
Ob eine Überdachung wirklich ein Mehr an Kaufattraktivität für Hof bringt weiß niemand, aber wer nicht Wagt der nicht Gewinnt! Also Herr Dr. Fichtner, packen Sie es an. Die Idee ist sehr gut!
Hi Holger,
Veränderungen sind für die meisten Menschen zu kompliziert. Und solange die Flasche eh halb leer anstatt halb voll ist, braucht man sich über diesen Aufschrei aus Teilen der Bevölkerung nicht zu wundern. Es gibt halt immer tausend Gründe, warum etwas schlecht ist oder nicht funktionieren kann. Leider.
Aber zum Glück denken beileibe nicht alles Hofer so engstirnig.
Mir persönlich gefällt auch die Idee der Seebühne am Untreusee. Bregenz macht es doch vor, dass das richtig gut sein kann.
Pack' mer's ;-)
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