HOFtour - Mit der Maus durch Hof
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Hofer Lexikon - Daten und Fakten rund um die Stadt Hof

Hofmaus, Frieda

Bild Frieda Hofmaus ist eine alt-eingesessene, ein- und manchmal gebildete Hofer Maus. Sie kennt ihre Heimatstadt in- und auswendig und leitet mit spitzer Mäusezunge die HOFtour.

Ihr genaues Geburtsdatum verlor sich bisher in den Analen der Hofer Stadtgeschichte. Jüngsten Forschungen der Firma DYNA :// WORX zufolge, datiert sich der Tag ihrer Mauswerdung auf den 24.01.1908. Das war übrigens ein kalter, schneereicher Freitag.

Frieda Hofmaus wurde im gemütlich eingerichteten Mausloch Ihrer Eltern Albin und Josefine geboren. Diese Mäusebehausung lag gut geschützt in der Mauer der Unteren Steinernen Brücke in der Hofer Vorstadt, nur wenige Meter vom Saaleufer entfernt. Frieda war die jüngste von fünf Mäusekindern im Hause Hofmaus. Sie hatte zwei Schwestern (Lena und Martha) und zwei Brüder (Fritz und Willi). Zu Friedas großem Bedauern lebt heute keines ihrer Geschwister mehr. Auch ihre geliebten Eltern sind schon lange im Mäusehimmel.

Wie Frieda selbst berichtet, besuchte sie niemals eine Schule. Ihr Mäusepapa Albin brachte ihr all die wissenswerten Dinge des Mäuselebens bei. Dieser Unterricht fand manchmal am Ufer der Saale, hin und wieder im heimischen Mausloch und in ganz seltenen Fällen in benachbarten Mäusewohnungen statt.

Als die Saale immer mehr zur stinkenden Kloake wurde, musste Familie Hofmaus im Jahr 1921 um ziehen. Mutter Josefine bestand damals vehement auf einer ruhigen Wohngegend. Die Hofmäuse einigten sich schließlich auf den Theresienstein. Dort gab es reichlich Platz, viele grüne Wiesen und die von Mutter Josefine gesuchte Ruhe.

Mäusepapa Albin nahm sein Töchterlein Frieda in den folgenden Jahren sehr oft mit auf ausgedehnte Spaziergänge quer durch Hof. Dabei zeigte er Frieda die Hofer Sehenswürdigkeiten oder schilderte ihr geschichtliche Zusammenhänge. Dies darf aus heutiger Sicht getrost als Grundstein für Friedas schier unglaubliche Fülle an Wissen über Hof angesehen werden.

Nach Jahren beschaulichen Mäuselebens und einigen erfolgreichen Fluchtversuchen vor gefährlichen Hofer Katzen, änderten sich die Lebensumstände der Familie Hofmaus 1933 erneut. Die Menschen verfielen fast alle dem braunen Adolf. Frieda erkannte die Hofer nicht wieder. Manche Menschen mussten Sterne auf ihren Jacken tragen. Andere spielten sich auf, als ob Sie Götter wären. In den Folgejahren wurden die Lebensmittel knapp und Frieda und Ihre Mäusefamilie hatten oft großen Hunger.

Am 08.04.1945 geschah dann das Unfassbare. Familie Hofmaus war an diesem Tag auf Einkaufstour am Hofer Bahnhof. Völlig unerwartet tauchten Flugzeuge am Himmel über Hof auf. Sirenen heulten. Mäusepapa Albin rannte mit seiner Familie in einen Mäuseschutzbunker in der Nähe des Bahnhofes. Im Dunkeln kauerten sich Mutter Josefine, Vater Albin und ihre fünf Mäusekinder aneinander.

Plötzlich gab es einen lauten Knall. Mauern zerbrachen. Erdreich rutschte. Feuer brannte lichterloh. Frieda wurde von einer Druckwelle erfasst und aus dem Mäuseschutzbunker geschleudert. Bewusstlos lag sie stundenlang unter einem Brett aus altem Holz. Dieses sollte Ihr kleines Mäuseleben retten, da es ihren wehrlosen Mäusekörper nahezu verdeckte und vor umherfliegenden Trümmern schützte.

Friedas Eltern und Geschwister überlebten den Bombenangriff nicht. Ihre Leichen wurden nie gefunden.

Völlig geschockt floh Frieda anschließend in die Wälder um Hof. Dort verbrachte Sie anschließend viele Jahre. Nur hin und wieder, wenn die Sehnsucht nach Heimat unerträglich wurde, kehrte Sie in die Stadt zurück. Jedoch niemals lange. Erst gegen Mitte der 1980er Jahre zog es sie auf Dauer zurück in ihre geliebte Stadt Hof.

Friedas aktueller Aufenthaltsort ist nur wenigen bekannt. Lediglich Matthias M. Meringer ist es in den letzten Jahren nach intensiven Forschungen gelungen, die Hofmaus aufzuspüren.

In langen und sehr behutsam geführten Gesprächen konnte er sie schließlich für die Mitarbeit bei der HOFtour gewinnen. Der Vertrag "zur mausgestützten Stadtführung" wurde von beiden Parteien am 24.04.2005 unterzeichnet. Frieda Hofmaus wird darin die Rolle der Oberstadtführerin zu gesprochen.

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